• Abzocke mit falschen Inseraten

Abzocke mit falschen Inseraten

16.03.2020 Test: Patrick Herr

Cyberkriminalität – Die Masche zieht immer noch: Betrüger fälschen Inserate und bieten damit auf den gängigen Immobilienportalen attraktive Miet- und Kaufobjekte zu einem sehr günstigen Preis an.

Immer wieder tauchen auf Immobilienportalen gefälschte Inserate auf, die traumhafte Wohnungen und Häuser zu Schnäppchenpreisen zum Kauf oder zur Miete anbieten. Wer sich auf so ein Inserat meldet, erhält in der Regel eine (mehr oder wenig) glaub­würdige Geschichte zur Immobilie erzählt.

Die geht zum Beispiel so: Ivana Gaganova hat die Wohnung gekauft und für ein internationales Unternehmen in der Region gearbeitet. Seit einiger Zeit wohnt und arbeitet sie nun in New York und kommt fast nicht mehr hierher. Deshalb möchte sie die Wohnung verkaufen, kann aber leider wegen familiärer Verpflichtungen nicht selber vor Ort sein. Dann wird der potentielle Käufer aufgefordert, Geld via MoneyGram oder einem ähnlichen Dienstleister zu überweisen. Wahlweise für eine Anzahlung, eine Schlüsselkaution oder eine Besichtigungsgebühr – der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Hat man das Geld überwiesen, verschwinden die fiesen Betrüger auf Nimmerwiedersehen.

SRF berichtete über Fall in Basel
Im Februar hat das Regionaljournal SRF über einen solchen Fall in Basel berichtet. Auf diversen Immobilienportalen wurde eine Wohnung im St. Alban-Tal und eine am Petersgraben zum Verkauf angeboten. Dies zu einem Preis von jeweils rund 500000 Euro (sic!). Bei manch einem ging da der Schnäppchenalarm los. Aber diese Liegenschaften gehören dem Kanton Basel-Stadt, was ein potenziell Interessierter glücklicherweise rasch herausgefunden hat. Die Betrüger hatten Mietinserate der staatlichen Immobilienstelle kopiert und daraus Verkaufsinserate gemacht. Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) hat zum Thema das Merkblatt «Cyberbetrug – Falsche Immobilien­anzeigen» publiziert. Das hilfreiche Dokument ist auf der Website des Fedpol zu finden (www.fedpol.admin.ch).

Das Fedpol verortet die Täterschaft meist im Ausland und als Französisch- oder Englischsprechend. Die aus dem Ausland agierende Täterschaft nutze oft so genannte Anonymisierungsdienste oder Internetkaffees. Die Deliktsumme variiert laut Fedpol zwischen 1000 und 4000 Franken. Die Behörden warnen auch ausdrücklich davor, Kopien von Identitätsdokumenten zu verschicken. Denn diese Kopien von Pass, Identitätskarte oder anderen persönlichen Dokumenten werden zum Teil für zukünftige Betrugsfälle missbraucht.

Unbedingt Anzeige erstatten
Wer einem solchen Betrug aufgesessen ist, sollte unbedingt Anzeige erstatten. Den Betrug oder im besseren Fall den versuchten Betrug, sollte man so rasch als möglich dem Immobilienportal melden. Diese kennen die Problematik leider nur zu gut. Allein Comparis löscht jeden Monat rund 100 Inserate, wie das Unternehmen gegenüber dem Regionaljournal SRF gesagt hat. Auf praktisch allen grossen Immobilienportalen sind zudem Hinweise und Berichte zum Thema «Betrug mit gefälschten Inseraten» zu finden.

Keine neue Masche
Neu ist die Masche, wie sie hier beschrieben wird, nicht, aber leider immer wieder erfolgreich. Auf vielen Immobilienportalen finden sich Hinweise, wie solche Fake-Inserate zu erkennen sind und wie man auf diese reagieren sollte. Wir haben ein paar davon zusammengefasst (siehe Artikel unten). Man kommt nicht umhin, immer wieder darauf hinzuweisen, dass sich im Internet viele Betrüger tummeln, deren Methoden immer raffinierter werden. Darum merke: Was zu gut tönt, um wahr zu sein, ist in der Regel eben nicht wahr.