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Eigenmietwert endlich versenken!

26.10.2017    

Ein recht intelligenter Zeitgenosse hat einmal festgestellt: «Wer die Zukunft gestalten will, muss die Vergangenheit kennen!» Das gilt ganz sicher auch für die Eigenmietwertsteuer. Blicken wir also einmal kurz zurück in die «Geschichte» dieses seltsamen fiskalischen Konstrukts. Anfang der dreissiger Jahre des letzten Jahrhunderts stöhnte unser Land unter den angelaufenen Kostenlöchern, die der erste (!) Weltkrieg hinterlassen hatte. Diese Löcher mussten gestopft werden. Schon damals war man der irrigen Meinung, dass «wer – angeblich – hat, dem könne auch getrost genommen werden». Wer also Wohneigentum besitzt, der hat und soll demnach für diese Schulden «gerechterweise» auch aufkommen. Nicht das gesamte Schweizer Volk notabene, sondern nur die Wohneigentümer! So hat man zur Finanzierung dieser Erst-Weltkriegs-Löcher flugs die Eigenmietwertsteuer erfunden – ursprünglich als zeitlich begrenzte Fiskalmassnahme. Dann kam der Zweite Weltkrieg. Auch dessen Kosten mussten zusätzlich finanziert werden. Die Eigenmietwertsteuer wurde also – obwohl zeitlich begrenzt – in verschiedenen Stufen mehrfach verlängert.
Irgendwann hat dieses Weltkriegskosten-Argument nicht mehr gezogen. Es musste also eine neue Begründung für die Weiterführung gefunden werden. Und man ist auch flugs fündig geworden: Jetzt wurde die «Gerechtigkeit» bemüht – in geradezu abenteuerlicher Logik: Weil ja Wohneigentümer angeblich keine Miete bezahlen müssten, Mieter aber jeden Monat diese zu überweisen hätten, sei es nicht mehr als «gerecht», Wohneigentümer zusätzlich zur Kasse zu bitten – obwohl Wohneigentümer unter dem Strich genau die gleichen Kosten zu tragen haben, die auch jeder Mieter mit seiner Miete aufbringen muss.
Ich bin froh, dass in jüngster Zeit im Bund und erst recht in unserer Region der haarsträubende Unsinn namens Eigenmietwertsteuer in der Kritik steht. Mit unserer ausgesprochen erfolgreich lancierten «Wohnkosten-Initiative» können wir diesen Druck erheblich verstärken. Dies zunächst, um die masslose und erst recht ungerechtfertigte Eigenmietwertsteuer-Erhöhung im Baselbiet auf ein vertretbares Mass zu senken. Und in einem nächsten Schritt, um diese «Krüppelsteuer», die mit «Gerechtigkeit» aber grad gar nichts am Hut hat, endlich zu versenken. 

Präsident
Christoph Buser
Landrat, Füllinsdorf