• Fassadenlifte auch in Kernzonen

Fassadenlifte auch in Kernzonen

09.05.2018    

Aufwertungen in Ortskernen – Mittels nachträglich an der Fassade installierten Aufzugsanlagen an Gebäuden in Kernzonen können ältere Bewohnerinnen und Bewohner länger in ihren vier Wänden wohnen – für entsprechende Baubewilligungen bestehen die rechtlichen Möglichkeiten schon heute, wie die Regierung in einem Bericht schreibt.

Mit den vorhandenen rechtlichen Möglichkeiten können Liftanlagen auch an Bauten in Kernzonen bewilligt werden. Dies ist die Hauptaussage des Baselbieter Regierungsrats in einem Bericht zu einem Postulat von Landrat Rolf Blatter.
Das Vorstandsmitglied des HEV BL wollte im Rahmen eines parlamentarischen Vorstosses (Postulat «Verdichtung der Ortskerne/Ausnahmeregelung für Liftanbauten») wissen, wie die Installation von nachträglich aussen an bestehenden Fassaden installierten Aufzugsanlagen zu erleichtern ist, ob dies mittels Ausnahmebewilligungen ausserhalb der geltenden Nutzungs- und Bebauungsvorschriften geschehen kann und wie die Baugesetzgebung anzupassen ist.
Laut regierungsrätlicher Antwort ergäben sich im Bedarfsfall «genügend Möglichkeiten, eine Aufzugsanlage im Rahmen der vorhandenen gesetzlichen Möglichkeiten zu bewilligen». Es bestehe «kein Bedarf, die bestehende kantonale Baugesetzgebung mit einer Spezialregelung anzupassen».

«Eher seltenes Bedürfnis»
In ihrem Bericht verweist die Baselbieter Regierung auch auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Demnach sei das Bedürfnis nach einer nachträglichen Installation von Liftanlagen «ein eher seltenes Bedürfnis». Das liege wahrscheinlich an den hohen Erstellungs- und Unterhaltskosten. «Mit einer geeigneten Standortwahl und einer sorgfältigen formalen Ausgestaltung kann die für Kernzonen geforderte Einpassung von Liftinstallationen in der Regel erzielt werden», schreibt der Regierungsrat.
Die Regierung weist auch darauf hin, dass die Ortskerne in der Regel sehr hoch verdichtet sind: «Nicht selten besteht – zumindest entlang der Hauptverkehrsachsen – eine relativ geschlossene Bauweise.» Es liege in der Natur der geschlossenen Bauweise und der einzuhaltenden gesetzlichen Abstände gegenüber Verkehrswegen, dass in der Regel nachträgliche Anbauten nur auf den strassenabgewandten Gebäudeseiten möglich seien, heisst es im Bericht weiter.

Fachstellen früh einbinden
In ihrem Bericht empfiehlt die Regierung, die Fachstelle Ortsbildpflege/Kantonale Denkmalpflege des Amts für Raumplanung möglichst von Beginn weg in den Planungsprozess einzubeziehen.
«Ein frühzeitiger Einbezug der Fachstellen und des Bauinspektorats kann Fehlplanungen und spätere Beanstandungen im Baugesuchsverfahren verhindern», heisst es in dem Bericht weiter. «Diese Vorgehensweise hat sich allgemein bewährt und erleichtert auch die Planung und Bewilligung von Aufzugsanlagen in Kernzonen.»

dan